Da sein für Menschen in Trauer

Da sein für Menschen in Trauer

 

In unserem Blog wollen wir von Zeit zu Zeit zentrale Fragen aufbringen, die in Gesprächen aufgetaucht sind oder konkrete Fragen beantworten, welche über das Kontaktformular an uns gerichtet wurden. Frage von Markus: Die Frau meines besten Freundes ist überraschend verstorben. Ich fühle mich im Kontakt mit ihm hilflos, weiss nicht was ich sagen soll, wie ich ihm helfen kann. Und wenn ich ihn nach einem Treffen verlasse, fühle ich mich beschwert und kraftlos. Wie kann ich ihm am besten Trost spenden und ihn unterstützen?

Zuhören ist Gold
Leiden uns nahe stehende Personen möchten wir unbedingt helfen, am liebsten mit dem einen magischen „Leid-weg-Zauberspruch“. Den einen hilfreichen Satz gibt es allerdings nicht. Was viel eher heilend und tröstend wirkt, ist ruhiges Dasein, Zeit haben für den anderen und weit, weit offene Ohren. Wenn eine trauernde Person ihr Leid immer und immer wieder ausdrücken darf, dann wirkt das oftmals beruhigend, ein wenig tröstend. Spürt sie, dass ihr Gegenüber vollkommen aufmerksam zuhört und mit-ihr-fühlt, dann kommt ein wenig Geborgenheit und Verbundenheit auf.

Auf Floskeln verzichten
„Sag uns, wenn wir was für dich tun können!“, Sätze wie diese sind zwar gut gemeint und werden bei Tragödien allseits ausgesprochen, leider bringen sie der leidenden Person wenig. Hilfreicher ist es, die trauernde Person am Sonntagmorgen mit frischem Brot zu überraschen, sie auszuführen, ihm einen konkreten Hilfsdienst anzubieten oder wenigstens regelmässig anzurufen.

Mitfühlen und den Schmerz fliessen lassen
Fühlt das Umfeld mit, ist dies sehr heilsam für eine Person in Trauer. Was jedoch schon die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross ihren Sterbebegleiter-Aspiranten riet ist zentral: Fühle mit, lass den Schmerz durch dich hindurch fliessen. Behalte ihn niemals bei dir. Wem es schwer fällt sich vorzustellen, wie man den Schmerz fliessen lassen soll, kann mit dem Atem arbeiten: Bei der Einatmung sagt du dir innerlich „Ich atme den Schmerz ein und fühle ihn.“ Bei der Ausatmung denkst du „Ich lasse den Schmerz durch mich hindurch und über die Füsse in die Erde abfliessen.“

12